Mein Sieg in der ZDF-Küchenschlacht, so begann alles

 

Irgend jemand aus meinem Bekanntenkreis hat mich bei der Fernsehproduktionsgesellschaft Fernsehmacher für die ZDF-Küchenschlacht angemeldet. Ich weiss bis heute nicht, wer es war.

Eines Tages klingelte das Telefon bei uns zu Hause und es meldete sich jemand von einer Fernsehproduktionsfirma. Ich wäre mit 5 weiteren Kandidaten ausgewählt worden, um an der Küchenschlacht mit teilzunehmen. Ich hielt das Ganze nur für einen dummen Telefonstreich und legte den Telefonhörer auf. Am selben Tag erreichten mich 5 !!!! E-Mail`s von der Produktiosfirma. Ich begann nun die Firma mal zu "googeln". Es gab diese Firma tatsächlich. Ich rief nun die Firma an. Es meldete sich die liebe Merle Frank, die mich zuvor angerufen hatte. Nun bekam ich doch feuchte Hände.

Ich sollte innerhalb von 14 Tagen 10 Rezepte mit genauen Mengenangaben und den dazu gehörigen Kochutensilien einreichen. Ich kann normalerweise für an Bord Gerichte und Zutaten für 4 Wochen im vorraus planen, aber nun herschte gähnende leere im Kopf...

Nach sehr langen Abende und Nächte hatte ich es noch rechtzeitig geschafft. Nun schnell die Rezepte und ein paar Bilder von mir an die Produktionsfirma geschickt und abwarten.

Zwei Tage später war Merle wieder am Telefon und erklärte mir, das ich definitiv mit dabei wäre. Ich und fünf andere Kandidaten würden mit Nelson Müller kochen und der erste Juror wäre Johann Lafer. In meinen Augen der strengste Juror überhaupt... Es sollte schon in 14 Tagen losgehen. Wir besprachen nun die Gerichte, die ich kochen sollte. Wir einigten uns auf folgende Gerichte.

1.Tag) Leibgericht: Rinderfilet mit Bohnen im Speckmantel,Kräuterbutter und Rosmarinkartoffeln

2.Tag) Vorspeise: Frischfrikadellen auf Salatbett

3.Tag) Hauptgang: Seezunge mit Kartoffelstampf und Orangen-Pfeffersoße

4.Tag) Hauptspeise und Nachtisch: Lachsfilet mit Pellkartoffeln und Zitronen-Dill-Weinsoße

5.Tag) Finalgericht von Nelson Müller und meine Vorspeise: Kross gebratenes Doradenfilet auf einer Tintenfischbolognese mit Linguini, frittierten Basilikumblätter und karamellisierten Kirschtomaten         Vorspeise: überbackene Jacobsmuscheln

Ich muss noch erwähnen, das die Küchenschlachtwoche in zweieinhalb Tagen aufgezeichnet wird.

Am nächsten Tag kamen die Zugtickets von Brake nach Hamburg-Altona per E-Mail. Mir wurde immer wieder versichert, das ich zu jeder Zeit anrufen könnte wenn ich noch Fragen hätte. Und wirklich, es war immer jemand für mich da. Aber zum tollen Team der Küchenschlacht später mehr.

Nun kam der Termin immer näher und die Nervösität wurde auch mehr...

Einen Tag vor Drehbeginn hatten wir dann mit Merle nochmal ein Telefonat. Dabei wurde mir erklärt, das wir direkt vom Zug in Hamburg-Altona von einem Fahrer der Produktionsgesellschaft zum Hotel gebracht werden sollten.

Am 18. 12. 2014 stiegen wir ( meine Frau durfte selbstverständlich mit) in Brake um 08.05 Uhr in den Zug Richtung Bremen. In Bremen stiegen wir dann in den Intercity nach Hamburg -Altona. Pünklich um 11.10 Uhr kamen wir in Altona an. Wie zuvor besprochen, warteten wir nach dem Aussteigen an unserem Abteil. Dort sollte uns der Fahrer in Empfang nehmen. Es kam aber kein Fahrer, also rauchten wir erstmal eine Zigarette in der Smoking-Area (sehr kalt und windig! ) auf dem Bahnsteig. Alle ausgestiegenen Fahrgäste hatten schon den Bahnsteig verlassen. Da sahen wir in weiter Ferne unseren Fahrer mit Pappschild in der Hand. Natürlich ganz am anderen Ende des Bahnsteiges. Nachdem wir uns begrüßt hatten, gingen wir zum Auto und fuhren ins Hotel. Nebenbei erzählte uns der Fahrer, das wir nur sehr wenig Zeit hätten, da die Aufzeichnung 30 Minuten früher beginnen sollte, da Johann Lafer als Juror noch einen wichtigen Termin hätte.

Also gingen wir schnell aufs Hotelzimmer und machten uns etwas frisch. Wir hatten etwa 15 Minuten Zeit. Danach begaben wir uns nach unten zum Hoteleingang. Dort lernte ich  Ralpf kennen, einer der weiteren Kandidaten. Ein sehr netter Mensch und ein wunderbarer Hobbykoch. Nach und nach trafen die restlichen Kandidaten ein. Leider fehlte die Helga. Der Flieger aus München flog eine Stunde später ab .Ich hab mich doch sehr über das Alter der Kandidaten gewundert. Drei der Kandidaten waren doch sehr jung. Ich habe meine Meinung über junge Menschen und das kochen geändert. Ich meinte immer, das die Jugend heute nicht mehr so viel Interesse am Kochen hätte. Sorry, das war eine totale Fehleinschätzung! Was die Kandidaten hier gekocht haben, einfach nur toll! Aber dazu später mehr...

Nun kam der Transfairbus und fuhr uns ins Studio. Zuerst uns Kandidaten, dann die Partner. Nach ca. 10 Minuten waren wir beim Studio. Es strahlten uns die Gesichter von Lafer, Lichter und Markus Lanz auf riesigen Plakaten entgegen. Wir wurden am Studioeingang von Wachleuten in Empfang genommen. Die Wachleute kündigten uns über Walky Talky in einer Zentrale an. Hier kam also nicht jeder einfach so rein. War schon beeindruckend. Wir mussten noch einen kleinen Moment warten, dann wurden wir von unserer Betreuerin Merle Frank abgeholt und in den ersten Stock gebracht. Dort erwartete uns ein toller Warteraum mit Sofaecke, riesiger Sitzecke,Tresen, jeder Menge Süßigkeiten und warmen Speisen. Wir wurden von drei jungen Damen sehr fürsorglich "betüdelt". Ich muss hier nochmal erwähnen, das bei der Produktionsfirma ein wahnsinnig tolles Klima herrschte. Wir wurden sehr nett und charmant um- und versorgt. Einfach nur toll! Man meinte, man kenne die Leute hier schon jahrelang.

Wir lernten uns jetzt alle ein bißchen besser kennen, und dann schaute Johann Lafer vorbei. Auf einmal war alles still und Johann meinte:"Na, wen von Euch kann ich denn mal rausschmeissen heute?" Er sagte es aber mit einem verschmitzten Lächeln.

Nun konnten wir uns etwas frisch machen. Nochmal auf Toilette und so. dann wurden wir nach und nach in die Maske gerufen um geschminkt zu werden. Helga war nun auch eingetroffen. Also, wir Kandidaten waren nun vollzählig.

Und nun kam der große Moment: Nelson Müller kam zu uns in den Warteraum zur Vorbesprechung. Der war ja so cool. Erstmal wurden alle per Handschlag begrüßt, dann setzten wir uns in die gemütliche Sofaecke, und stellten uns erstmal vor. Woher wir kommen, was wir arbeiten, wie wir zum kochen gekommen sind und noch jede Menge allgemeines. Das erste Gespräch dauerte ca. 45 Minuten. Danach wurde noch etwas gegessen. Der Bergmann Ralf und ich tranken erstmal ein Glas Sekt um ein bißchen runter zu kommen. Hatte aber Ralf gar nicht nötig. Er war die Ruhe selber, im Gegenteil zu mir...

Dann kam die Aufnahmeleiterin und führte uns ins Studio. Es war noch kein Publikum da. Der Einlass sollte 15 Minuten später stattfinden. Wir konnten jetzt unsere Zutaten fürs erste Gericht begutachten und zurecht legen. Auch durften wir schon Wasser zum Kartoffeln kochen aufsetzen, damit es beim Start schon leicht köchelte. Sehr gut das ich den Herd vorher ausprobiert hatte, denn mein Ceranfeld war kaputt. Ein Grund für mich, schon wieder hochgradig nervös zu werden... Aber das Ceranfeld war innerhalb von 3 Minuten ausgewechselt. Ich war sehr überrascht, wie schnell hier Probleme gelöst wurden. Auch wenn von den bestellten Zutaten etwas fehlte, ein Wort, und es wurde umgehend besorgt. Einfach nur toll, wie das alles organisiert wurde . Es wurde nochmal einen Blick auf die Zutaten geworfen und dann ging es nochmal für 10 Minuten in den Warteraum. Ralf und ich genehmigten uns noch eine Flasche Bier, wegen der Nervösität.

 

 

                                                                                     

 

 

 

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